Die Anfänge
Als 1295 Marco Polo zusammen mit seinem Vater Nicolò Polo sowie dem Kaufmann Oheim Matteo nach langer Seefahrt von Shang-tu (China) nach Venedig zurückkam, befand sich unter seinen erworbenen Schätzen auch Porzellan. Erst Jahre später, als Marco Polo in genuesische Kriegsgefangenschaft gekommen war und damit für ihn weitere Reiseunternehmungen unmöglich geworden sind, begann er seine Reiseberichte in französische Sprache zu diktieren.In diesen geht er u.a. auf seine Porzellanfunde ein und gibt der damals noch fremden, exotisch empfundenen Tonware den Begriff porcelain, abgeleitet vom italienischen Wörtchen porcellana, was ins deutsche übersetzt Kaurischnecke bedeutet.
Die Kaurischnecke war einst in China ein Zahlungsmittel und begeisterte aufgrund ihrer marmorweißen, glatten und sehr harten Schale. Die Italiener nannten sie porcellana abgeleitet vom Wort il porcellino (zu Deutsch das Schweinchen), aufgrund der ähnlichen Oberflächenfarbe beider Tiere. Diese Wortfindung setzte sich weltweit durch, selbst auch in China, wo der Begriff bis dahin nicht gebräuchlich war, obwohl Wissen über die Porzellanfertigung schon seit der T´ang Dynastie (618 bis 917 n. Chr.) nachweisbar ist. Durch die ständige Verfeinerung von kaolinhaltigem Steinzeug entwickelte sich dort aus dem so genannten Protoporzellan „echtes“ Porzellan. Von China ausgehend wurde seit dem 12. Jahrhundert auch in Korea Porzellan hergestellt, während in Japan seit 1616 Porzellan auftaucht. In Europa ist für jene frühe Zeit kein Vorkommen einer Porzellanmanufaktur nachweisbar. Wer dennoch im Besitz von Porzellan sein wollte, konnte es nur über Schiffshandel aus dem asiatischen Raum beziehen.
