Die wohl von Johann Gregörius Höroldt dekorierte Kumme ragt hinsichtlich ihrer Ikonographie unter den noch erhalten geblieben Vergleichsobjekten besonders hervor. Anstelle der im frühen 18. Jahrhundert häufig anzutreffenden Chinoiserien sowie den Hafenprospekten finden wir hier an den Wandungen keinerlei Elemente dieser beiden Sujets vor. Als Teil eines Teeservices unterlag die hier vorliegende Kumme dem inhaltlichen Konzept der vier Erdteile.
Auf einem muschelförmigen Wagen, der von zwei Elefanten gezogen wird, trifft eine Afrikanerin mit ihrem Diener in die Weite einer von der Sonne beleuchtenden Landschaft ein. Die Dargestellte trägt eine kronenähnliche Kopfbedeckung und hält einen Schirm sowie einen Wedel in ihren Händen. Mit diesen Insignien wird die Figur als Herrscherin ausgewiesen. Es liegt daher nahe, sie als Personifikation Afrikas zu deuten, womit uns im übertragenden Sinn eine Allegorie Afrikas vorliegt. Ideenbringer für dieses sehr ungewöhnliche Sujet war eine Kupferstichvorlage, die denselben thematischen Gehalt bei nahezu gleicher Motivik zum Ausdruck bringt.